Waldorfpädagogik
Erzähle mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere mich. Lass es mich tun, und ich verstehe.
KONFUZIUS
Wir unterrichten an unserer Schule nach den Prinzipien der Waldorfpädagogik, die auf den Grundlagen des anthroposophischen Menschenbilds Rudolf Steiners basiert. Unsere Pädagogik zeichnet sich durch eine ganzheitliche, individuelle Bildung der Schülerinnen und Schüler aus, die gleichzeitig die Achtsamkeit für die Gemeinschaft schult. Im Mittelpunkt steht für uns die Entwicklung einer freien Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes, wobei kognitive, künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten gleichermaßen gefördert werden. Durch diese umfassende Vielfalt soll den Kindern ein tiefes Verständnis für die Welt und ihre Zusammenhänge vermittelt werden. Unser Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Talente entfalten und soziale Kompetenzen entwickeln, um die Zukunft als selbstbewusste Menschen verantwortlich zu gestalten. Dabei möchten wir vor allem Lernfreude, Kreativität, Willenskraft, ganzheitliches Denken und Neugier in den Kindern stärken.
Wir haben es uns zum Ziel gemacht, unseren kreativ-künstlerischen pädagogischen Fokus durch naturwissenschaftliche Schwerpunkte zu ergänzen. Dafür bieten wir den Schülerinnen und Schülern in unserem 2024 neu entstandenen, hochmodernen MINT-Bereich die Möglichkeit, umfassend naturwissenschaftlich zu arbeiten und zu forschen.
Zukunftskompetenzen in der Waldorfpädagogik
Wir glauben daran, dass die Waldorfpädagogik großes Potential hat, um in den Kindern die Kompetenzen zu fördern, die in einer sich rasant ändernden Welt relevant sind. Wir bieten eine ganzheitliche, zukunftsorientierte Bildung, die die Kinder durch die Entwicklung von kritischem, vernetztem Denken, von sozialen Fähigkeiten, Flexibilität, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein darauf vorbereitet, in einer komplexen und dynamischen Welt erfolgreich zu sein und die Zukunft bewusst zu gestalten.
Was macht Waldorfpädagogik so besonders?
1. Ganzheitliche Bildung für Kopf, Herz und Hand
Erlernte Kompetenzen:
ganzheitliches Denken, Vielseitigkeit, Flexibilität, Teamfähigkeit
2. Epochenunterricht
Erlernte Kompetenzen:
vernetztes und nachhaltiges Denken, Konzentrationsfähigkeit, Fokus, selbstständiges Lernen
3. Künstlerischer und praktischer Fokus
Das Tun spielt bei uns eine große Rolle. Neben theoretischem Wissen sollen die Kinder vor allem auch kreative Fähigkeiten erlangen. Daher ist der Umgang mit handwerklichen Techniken und das Eintauchen in künstlerische Prozesse ein zentraler Bestandteil unserer Pädagogik. Dies umfasst eine intensive Beschäftigung mit Kunst und Musik. So befassen sich die Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit mit Tätigkeiten wie Aquarellmalen und Zeichnen, Handarbeiten (wie Häkeln, Stricken, Filzen, Nähen), Flötenspiel, Kerzenziehen mit Bienenwachs, Gartenbau, Eurythmie, Linoldruck, Arbeiten mit Holz, Plastizieren, Kupfertreiben, Bildhauerei oder Korbflechten.
Erlernte Kompetenzen:
Kreativität, Selbstwirksamkeit,
Problemlösungsfähigkeit
4. Vertrauensvolle Lernumgebung und gleichbleibender Klassenverband
Erlernte Kompetenzen:
Soziale Kompetenz, Empathie, Team- und Bindungsfähigkeit
5. Individuelle Förderung und Leistung ohne Druck
Erlernte Kompetenzen:
Selbstmotivation, Eigenverantwortung, Selbstvertrauen, Reflexionsfähigkeit
6. Zwei Fremdsprachen ab Klasse 1
Erlernte Kompetenzen:
Interkulturelle Kompetenz, sprachliche Ausdrucksfähigkeit
Unsere Unter- und Mittelstufe (Klasse 1-8)
In der Unterstufe steht für uns neben der Vermittlung von Unterrichtsinhalten vor allem die seelische Entwicklung des Kindes im zweiten Jahrsiebt im Mittelpunkt. So wird in allen Fächern besonders das Fühlen und das Wollen angesprochen – sei es beim Stricken im Handarbeitsunterricht, beim Bruchrechnen in der Mathematik oder bei der Bewegung in der Eurythmie. Außerdem legen wir in der Unterstufe besonderen Wert auf die Entwicklung der sozialen Kompetenzen. Die Kinder sollen in den ersten Jahren in der Waldorfschule insbesondere ihre Begabungen entfalten und entdecken und eine tiefe innere Verbindung zur Welt herstellen. Ab der Mittelstufe wird dann mehr und mehr das abstrakte Denken ausgeprägt.
Klassenlehrerzeit
Während der ersten sechs Schuljahre werden die Kinder von einer festen
Klassenlehrerin oder einem festen Klassenlehrer begleitet, die den
Hauptunterricht gestalten und das wesentliche Bindeglied zwischen
Elternhäusern und Schule darstellen. So wird eine vertrauensvolle Bindung zu den Kindern und die Begleitung auf ihrem individuellen Entwicklungsweg ermöglicht. In Klasse 1 und 2 gibt es ab einer Klassengröße von 27 Kindern zusätzlich die Möglichkeit einer Klassenbegleitung, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und eine harmonische Klassengemeinschaft zu fördern. Die Klassenleitung ist zudem in den ersten beiden Schuljahren als Zweitkraft im Fremdsprachenunterricht und in der Eurythmie dabei. Ab der 3. Klasse werden die Kinder in diesen Fächern in zwei Gruppen geteilt.
In Klasse 7 und 8 werden die Schülerinnen und Schüler von der Mittelstufenklassleitung begleitet. Neu hinzukommende, vor allem naturwissenschaftliche Epochen werden ergänzend von weiteren Fachlehrkräften gehalten.
Fremdsprachenunterricht
Von der ersten Klasse an werden im Rahmen des Fachunterrichts die Fremdsprachen Englisch und Französisch gelernt. Während die Kinder in den ersten drei Jahren in Liedern, Versen und Spielen das Wesen der fremden Sprache erleben, werden nach dem Erlernen der Schrift Sprachverständnis, Ausdrucksfähigkeit und Grammatik immer wichtiger.
Eurythmie und Sport
In der Eurythmie lernen die Kinder, Sprache und Musik in Bewegung auszudrücken – sowohl individuell als auch in anspruchsvollen Raumformen, die aus dem Zusammenwirken der ganzen Gruppe entstehen. Im Spielturnen (Klasse 1–3) und Sportunterricht (ab Klasse 4) entwickeln die Kinder zudem persönliche und soziale Bewegungsfähigkeiten.
Malen
Das Malen ist ein wichtiger Bestandteil vieler Epochen. So lernen die Kinder bereits ab der 1. Klasse mit Pinsel und Aquarellfarben umzugehen und damit ihre künstlerischen Fähigkeiten zu entfalten.
Musik
Im Musikunterricht lernen die Kinder ab der 1. Klasse das Flötenspiel und von der 3. Klasse an den mehrstimmigen Gesang. Ab der 4. Klasse beteiligen sie sich an den zweimal jährlich stattfindenden Schulkonzerten – entweder als musizierende Klassengemeinschaft oder ab der 6. Klasse im Mittelstufenchor oder -orchester.
Handwerklicher Unterricht
Der handwerkliche Unterricht beginnt ab der 1. Klasse mit der Handarbeit, in der alle Kinder das Stricken, später Häkeln und Sticken lernen – bis hin zum Nähen mit der Maschine in der 8. Klasse. Im Werken wird in der 5. Klasse zunächst Freihand geschnitzt. Ab der 6. Klasse lernen die Kinder auch, an der Werkbank zu arbeiten und stellen beispielsweise Pfannenheber, Salatbesteck und Schalen her. Im Gartenbau ab der 6. Klasse legen die Schülerinnen und Schüler eigene Beete an, verarbeiten das Geerntete und lernen auf diese Weise den Jahreslauf der Vegetation kennen. Ein Höhepunkt der Handwerkerepoche in der 3. Klasse ist die gemeinsame Köhlerfahrt, bei der die Schülerinnen und Schüler auf traditionelle Weise selbst Holzkohle herstellen.
Unsere Oberstufe (Klasse 9-13)
In der Oberstufe legen wir besonderen Wert darauf, die Eigenständigkeit und Selbstverantwortung unserer Schülerinnen und Schüler zu stärken. Sie sollen ihre individuellen Fähigkeiten weiter ausbauen und ein Bewusstsein für ihre Rolle in der Gemeinschaft entwickeln.
Klassenbetreuung
Für jede Oberstufenklasse steht in der Regel ein Team aus zwei Lehrkräften zur Verfügung. Sie verstehen sich als Entwicklungsbegleitung der Schülerinnen und Schüler durch die Oberstufenzeit und sind darüber hinaus Ansprechpersonen für Organisatorisches wie Elternabende oder Projekte.
Unterrichtsfächer
Im Hauptunterricht werden die Hauptfächer Deutsch, Geschichte, Kunstgeschichte, Sozialkunde, Geographie, Mathematik, Biologie, Chemie und Physik in Epochen (zwei bis vier Wochen) unterrichtet.
Im Fachunterricht in Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik, Musik, Eurythmie, Sport und Religion wird die Klasse in der Regel geteilt und in zwei Gruppen unterrichtet. Chor, Orchester und Veranstaltungstechnik werden klassenübergreifend unterrichtet.
Handwerklich-künstlerischer Unterricht
In vier Unterrichtsstunden pro Woche befassen sich die Jugendlichen über einen Zeitraum von mehreren Wochen mit einem bestimmten Aufgabenfeld: Druckgrafik, Gartenbau, Informatik, International Studies, Korbflechten, Kupfertreiben, Malen, Plastizieren, Schneidern, Schreinern, Steinhauen, Technologie oder Zeichnen.
Fremdsprachlicher oder künstlerisch-praktischer Zug
In den Klassenstufen 8 und 9 werden die Fremdsprachen klassenübergreifend unterrichtet, ab der 10. Klasse werden die Fremdsprachen mit Blick auf die angestrebten Schulabschlüsse differenziert. Gegen Ende der 9. Klasse gibt die Klassenkonferenz auf Grundlage der allgemeinen Leistungen eine erste Empfehlung für die Auswahl des Abschlusswegs: fremdsprachlicher Zug für das Abitur oder künstlerisch-praktischer Zug für die Mittlere Reife. Ein Wechsel zwischen den beiden Gruppen ist bei signifikanten Leistungsänderungen jeweils auf Antrag und nach Absprache mit dem Klassenkollegium möglich. Im künstlerisch-praktischen Zug liegt ab der 10. Klasse ein stärkerer Fokus auf handwerklich-künstlerischen Fächern. Diese sind derzeit Malen sowie Holz- und Steinbearbeitung. Außerdem gibt es eine zusätzliche Englischstunde, Französisch wird auf eine Stunde reduziert.
Abschlüsse
Waldorfabschluss
Den Waldorfabschluss erwerben alle Schülerinnen und Schüler mit Absolvierung der 12. Klasse. Dieser wird jedoch nicht als ein staatlich anerkannter Schulabschluss behandelt. Der Waldorfabschluss umfasst die mehrteilige Jahresarbeit in der 11. Klasse, einen künstlerischen Abschluss im Fach Eurythmie, ein gemeinsam inszeniertes Theaterstück (Klassenspiel) sowie die Kunst-Studienreise in der 12. Klasse.
Abschlussportfolio
Das Abschlussportfolio, das die Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse mithilfe eines verschriftlichten Lernbegleiters erarbeiten, dokumentiert sämtliche Unterrichtsinhalte der Oberstufe. Anhand der durchgehend fortgeführten Selbstevaluationen erfasst das Portfolio darüber hinaus die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und bildet deren individuell erworbene Kompetenzen ab.
Mittlere Reife und Abitur
In der Oberstufe werden unsere Schülerinnen und Schüler auf das Abitur oder die Mittlere Reife vorbereitet. Beide Prüfungen werden extern an einem staatlichen Gymnasium bzw. einer staatlichen Realschule abgelegt – dafür arbeiten wir mit unseren Partnerschulen im staatlichen Schulsystem zusammen. Unsere Schülerinnen und Schüler legen in beiden Fällen die Prüfungen in den Kernfächern zu den Bedingungen des Bayerischen Kultusministeriums ab. Bereits ab der elften Klasse gibt es neben der Differenzierung der Fremdsprachen auch in den Hauptfächern Mathematik und Deutsch eine dem Prüfungsprofil entsprechende Vorbereitung. Die Prüfung zur Mittleren Reife wird am Ende des 12. Schuljahrs abgelegt. Um in die Abiturklasse (13. Klasse) zugelassen zu werden, erbringen die Schülerinnen und Schüler während der 12. Klasse verschiedene Leistungsnachweise.
Praktika und Projekte
9. Klasse: Landwirtschaftspraktikum
In der 9. Klasse absolvieren die Jugendlichen für drei Wochen ein Landwirtschaftspraktikum auf einem biologisch-dynamischen Bauernhof. Dabei leben sie in der Familie, die den Betrieb leitet, und übernehmen Aufgaben wie Tierversorgung oder Feldarbeit. Das Praktikum stärkt den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und das Pflichtbewusstsein der Schülerinnen und Schüler.
10. Klasse: Betriebspraktikum
Das Betriebspraktikum ist Bestandteil der in der 10. Klasse beginnenden Berufswahlvorbereitung. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Berufsfelder, bewerben sich auf einen selbst gewählten Praktikumsplatz und erhalten dort für zwei Wochen tiefere Einblicke in die Arbeitswelt.
10. Klasse: Feldmesspraktikum
Während eines einwöchigen Feldmesspraktikums auf einer Berghütte wenden die Schülerinnen und Schüler die im Mathematikunterricht erlernten Gesetzmäßigkeiten praktisch an, indem sie ein Gelände mit hochempfindlichen Messgeräten vermessen und anschließend kartographieren. Dadurch lernen sie exaktes Arbeiten, Geduld und planvolles Vorgehen im Team.
12. Klasse: Sozialpraktikum
Während eines dreiwöchigen Sozialpraktikums leben die Schülerinnen und Schüler in einer (möglichst) anthroposophischen Einrichtung mit und lernen so den Alltag hilfsbedürftiger Menschen kennen. Dabei stärken sie ihr Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein und erweitern ihr Menschenbild um Aspekte, die im Leben wichtig und wertvoll sind.
Auslandsaufenthalt
Chor- und Orchesterfahrten/Konzerte
Chor und Orchester der gesamten Oberstufe verbringen im Herbst gemeinsam und im Sommer getrennt drei Tage in einer Musikakademie zur vertiefenden Vorbereitung eines anschließend stattfindenden Konzerts.
Jahresarbeit in der 11. Klasse
Im Rahmen der individuellen Entwicklungsförderung lernen die Schülerinnen und Schüler anhand der Jahresarbeit, sich sowohl handwerklich-künstlerisch als auch kognitiv mit einem von ihnen gewählten Thema selbstständig auseinanderzusetzen. Die Jahresarbeit umfasst
- einen künstlerisch-praktischen Teil
- einen theoretischen Teil in Form einer schriftlichen Arbeit, der in der Regel im Zusammenhang mit dem Thema der künstlerisch-praktischen Arbeit steht und
- eine etwa 15-minütige Präsentation in Form eines Referats, das die Ergebnisse der theoretischen Arbeit vor einem öffentlichen Publikum zur Darstellung bringt. Im Rahmen dieser Präsentationen werden auch die künstlerisch-praktischen Arbeiten gezeigt.
Berlinfahrt in der 11. Klasse
In Ergänzung des Sozialkunde- und Geschichtsunterrichts fährt die 11. Klasse, meist im Anschluss an die Präsentationen der Jahresarbeiten, nach Berlin und besucht unter anderem den Deutschen Bundestag und wichtige Orte der deutsch-deutschen Geschichte.
11./12. Klasse: Klassenspiel
Ein weiterer Höhepunkt ist das Klassenspiel in der 11. oder 12. Klasse. Dafür erarbeiten die Schülerinnen und Schüler im Klassenverbund ein ausgewähltes Stück selbst und stellen dieses nach intensiver Probenzeit in öffentlichen Aufführungen vor.
11./12. Klasse: Eurythmieabschluss
12. Klasse: Kunst-Abschlussfahrt
Unser Leitbild
Vision
Jedes Kind trägt Zukunftsimpulse in die Welt. Für deren Ausgestaltung will die Freie Waldorfschule Augsburg durch ihre besondere Pädagogik Raum und Möglichkeiten schaffen. Unsere Schule versteht sich als ein Ort der Begegnung, der Entfaltung, der Bildung und des Austausches. Die Mitglieder der Schulgemeinschaft erfahren sich in ihr als wirkende Glieder eines zu gestaltenden und sich entwickelnden Organismus. Das Bemühen um die sozialen Prozesse ist ein wesentliches Anliegen unseres pädagogischen Ansatzes. Wir setzen uns bewusst mit der Welt und den Herausforderungen unserer Zeit auseinander, suchen uns darin zu erkennen und individuelle wie gemeinschaftliche Entwicklungschancen zu ergreifen. Die Entfaltung der Individualität, die sich verantwortlich für Mitmensch und Mitwelt engagiert, ist das Ziel unserer Schulgemeinschaft.
Aufgaben
Aufgabe unserer Schule ist es, Kindern und Jugendlichen Impulse und Hilfen für ihre Entwicklung und Entfaltung zu geben. Grundlage für die Pädagogik ist die anthroposophische Menschenkunde, ihr Studium und ihre forschende Erarbeitung. Wirksam wird sie in der Auseinandersetzung mit den Menschen und ihrer Zeit. In der menschlichen Begegnung kann sich die Persönlichkeit des Kindes an den entwicklungsgemäßen Herausforderungen im Denken, Fühlen und Wollen ausprägen und individuell fachliche und methodische Kompetenz erwerben. Vielfältige Formen der Gemeinschaftsbildung führen zu Erfahrungen, die Selbstfindung und das Erlernen sozialer Verantwortlichkeit ermöglichen. Entsprechende Erfahrungen prägen die gesamte Schulgemeinschaft. Deren Mitglieder bringen unterschiedliche individuelle Lebensentwürfe und Erwartungen ein. Das dadurch entstehende lebendige Spannungsfeld wollen wir als Quelle gemeinsamen Lernens und Gestaltens nutzen. Wir wollen in einer freilassenden und konstruktiven Atmosphäre Selbstvertrauen, gegenseitiges Verständnis und Weltoffenheit fördern.
Wege
Jedes Kind durchläuft altersspezifische und individuelle Entwicklungsschritte. Dem tragen wir Rechnung durch die Inhalte und die Gestaltung des Unterrichts und durch die besondere Stellung der Lehrkraft als Entwicklungsbegleiter. Wir fördern intellektuelle, künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten. Gegenseitige Wahrnehmung und individuelle Initiative im gemeinsamen Handeln sollen die einzelne Persönlichkeit und ihre soziale Einbindung stärken. Die Arbeit an unserer Schule verlangt nach Austausch und Verständigung, nach Entwicklung und Pflege der Gesprächskultur. Wir wollen, das Individuelle achtend, in fruchtbaren Arbeitsprozessen gemeinsame Ziele anstreben. Die Menschen, die in unserer Schule mitwirken, schaffen sich die Organisationsformen, die sie für ihre Zusammenarbeit und die Erfüllung der Aufgaben im Sinn des Leitbildes brauchen. Gemeinschaftlich getroffene Vereinbarungen haben verbindlichen Charakter. Wir vertrauen auf die eigenverantwortliche Arbeit aller Mitwirkenden und unterstützen sie. Wir bemühen uns bewusst um eine stetige Weiterentwicklung unserer Schule.


